Klar, Dad, was gibt's?
Dialogzeilen
Klar, Dad, was gibt's?
Aber mach's kurz, ja? Ich treff' mich gleich mit ein paar Leuten.
Nun ja. Kim, ... es handelt sich um Folgendes ...
Dad, spuck's aus! Ich hab' ein Sozialleben!
Und so schlimm kann es ja wohl nicht sein, oder?
Es ist schlimm, Kim.
Das Ministerium wird dich in ein Umerziehungslager stecken.
Deine Mutter und ich, wir haben einen Brief bekommen.
Wegen Verstößen gegen die gemeingesellschaftlichen Werte.
Kim ... Jemand hat dich angezeigt, weil ...
Jemand behauptet, dass du ... dass du lesbisch seist, Kim. Im Ministerium liegt eine Anzeige gegen dich vor.
Möchtest du mir etwas sagen?
Es gibt eine Anzeige.
Was mitteilen? Nö, Dad, alles cool.
'Ne Anzeige? Was denn für 'ne Anzeige?
Ah, gut. Dann ist das vielleicht alles ein großer Irrtum.
Was für ein Irrtum denn, Dad? Was is'n los?
...
...
Hast du mir dazu nichts zu sagen?
Was soll ich denn sagen?
Sag, dass das nicht stimmt.
Sag mir die Wahrheit.
Denn wenn das stimmt, wenn du wirklich homosexuell bist ...
Dann müsste ich dich selbst melden und abholen lassen.
Aber wenn ich dir die Wahrheit sag, Papa ...
... dann kannst du mich nicht mehr guten Gewissens verteidigen.
Das kann ich jetzt auch nicht mehr.
Ja, ich steh auf Frauen. Na und?
Das ist nicht so einfach, Kim.
Dann mach ich es einfach für dich, Papa:
Lieber sterbe ich, als in so ein Lager zu gehen.
Shit ... Aber irgendwas müssen wir doch tun können, Dad!
Ich sehe nicht viele Optionen, Kim.
Die Anzeige liegt vor. Die Staatspolizei wird kommen und dich mitnehmen wollen. Schon bald.
An meinen Gefühlen ist nichts Falsches.
Reicht es nicht, dass ich deine Tochter bin, damit du zu mir hältst?
Das fühlt sich gut an! Und es fühlt sich richtig an!
Scheiß auf das Gesetz. Das scheiß System ist falsch! Nicht ich!
Sag so etwas nicht so laut, Kim. Bitte.
Wenn nötig schrei ich es von den Dächern, Dad!
Und du - du willst das einfach so hinnehmen?
Von Mama hätte ich das ja erwartet. Aber doch nicht von dir!
Papa! Bitte!
Kim, das meinst du doch nicht ernst. Bitte beruhige dich.
Ich will dir ja helfen ...
Das Lager kann dir helfen.
Die Anzeige liegt vor. Die werden kommen und dich abholen.
Vielleicht kann man dir da helfen.
Dann dürfen die mich eben nicht finden!
Du musst mich verstecken, Papa!
Ich kann es versuchen.
Das geht nicht.
Sehr gefährlich...
Wenn die mitkriegen, dass ich dich verstecke, dann bin ich dran.
Meine Entlassung wäre noch das geringste Problem.
Oh ...
Das will ich nicht.
Ich ...
... dann gehe ich halt in dieses Scheißlager.
Danke, Paps!
Wieso helfen? Mit mir ist alles in Ordnung!
Ja, du bist in Ordnung.
Du hast Probleme.
Ich glaube auch nicht, dass du lange im Lager bleiben musst.
Vielleicht lernst du dort, dich ein bisschen mehr auf andere einzulassen.
Du bist homosexuell!
Und dann bist du da in Null Komma Nichts wieder raus!
Deshalb gibt es ja diese Umerziehungslager.
Du solltest das nicht gleich ablehnen - immerhin könnten sie ja Erfolg haben.
Aber du musst dafür sorgen, dass ich wirklich nicht lange dort bleiben muss!
Bitte lasse dich darauf ein, ja?
Ich ...
Ich habe schon verstanden, Dad.
Meinst du? Also ... wenn es nur für eine kurze Zeit wäre ...
Wir werden sehen.
Das verspreche ich dir.
Aber ich lasse mir etwas einfallen.
Fahr einfach in dieses Lager und mach das Beste daraus, ja?
Okay ... Aber ich tue das nur für dich, Dad.
Ich fürchte, es gibt keine andere Lösung, Kim.
Melde dich, wenn du dort bist, ja?
... weil du eine Frau geküsst hast.
Das ist dieses Mal eine große und schwerwiegende Sache.
Sobald wir ... du angeklagt wirst, können wir nichts mehr dagegen tun.
... aber ... du kannst machen, dass das weg geht, oder?
So wie beim letzten Mal?
Ich fürchte nicht, Kim.
Du tust ja so, als sei der Große Anführer gestorben.
Und ich bin ehrlich gesagt traurig, dass du mir nichts erzählt hast.
Du warst nicht ehrlich mit mir ...
Ehrlich sein? Mit dir und Mama? Wie kann ich denn?
Wie kann ich ehrlich mit dir sein, wenn Leute wie Friederike Feinbein im Gefängnis verschwinden?
Und dass, kurz nachdem du davon erfahren hast, dass sie auf Frauen steht?
...
Nichts daran ist falsch, jemanden zu lieben!
Liebe fragt nicht danach, welches Geschlecht jemand hat.
Liebe ist erschütternd, episch, großartig!
Liebe bringt deine Welt ins Wanken und baut sie neu auf.
Aber Kim, das Nonkonformisten-Gesetz ...
...
Ich wusste, du stehst zu mir!
Die feuern mich und lassen mich in einem Loch verschwinden.
Die Wohnung, meine Altersbezüge, Sabines Anstellung bei den Pionieren ...
... das wäre alles weg.
Sollen sie dich doch wieder entlassen. Mich wollen sie einer Gehirnwäsche unterziehen!
Es geht hier nicht mehr nur um mich und meine Stelle, Kim.
Alex und Sabine säßen für immer auf der Straße.
Danke, Kim.
Bitte lass mich einfach in Ruhe.
Aber zunächst mal - Kim, möchtest du mir etwas mitteilen?
Jemand hat dich beim Ministerium angezeigt. Die Sache ist offiziell und völlig an mir vorbeigereicht worden.
Kim, du musst sagen, dass das nicht stimmt.
Du könntest mir die Wahrheit sagen, Kim.
Ich will dir helfen, aber was sollen wir denn tun?
Das Umerziehungslager muss nichts Schlimmes sein.
Ich kann es versuchen, Kim, aber das ist gefährlich.
Soll ich dich unter dem Sofa verstecken, oder wie hast du dir das vorgestellt?
Natürlich ist mit dir alles in Ordnung, Kim.
Du hast Integrationsschwierigkeiten, Kim.
Homosexualität ist nicht normal, Kim.
Das liegt nicht in meiner Hand, Kim.
Versprochen! Ich werde mich gleich heute noch darum kümmern.