Ehm ... haben Sie kurz einen Moment Zeit? Ich möchte Sie etwas persönliches fragen.
Dialogzeilen
Ehm ... haben Sie kurz einen Moment Zeit? Ich möchte Sie etwas persönliches fragen.
Tut mir leid, Schwarz, aber ich bin gerade nicht in der Stimmung für nachbarschaftliches Plaudern.
Es geht um Kerstin. Ihre Frau.
... was soll das? Wer hat Sie geschickt?
Niemand hat mich geschickt. Beruhigen Sie sich doch erst Mal!
Susanne? Was mischt die sich denn jetzt wieder ein?
Lassen Sie mich in Ruhe, Herr Schwarz!Kerstin ist tot!
TOT, VERDAMMT NOCHMAL!
Verschwinden Sie, Schwarz! Sonst ...
Kerstin lebt aber!
... wie bitte?
Hier, Kerstins Akte. Ich habe sie im Ministerium gefunden.
Ich wollte Ihnen eigentlich etwas zeigen, aber ich merke gerade, dass ich es gar nicht dabei habe.
Worum geht es denn?
Ich möchte es Ihnen lieber zeigen. Ich hole die Akte und komme später nochmal vorbei.
Eine Akte? Na gut, wenn Sie meinen ...
Das ... das ist ja ... meine Kerstin!
All die Jahre glaubte ich, sie wäre tot!
Sie wussten davon nichts?
Das tut mir leid.
Ich wollte es nicht glauben.
... ich wollte es nicht glauben.
Aber nachdem ich Monate, ja, jahrelang nichts von ihr gehört hatte, siegte wohl irgendwann die Vernunft über meine verzweifelte Hoffnung.
Niemand überlebt lange in den Lagern, das weiß doch jedes Kind!
Auch meine Kerstin nicht, so stark sie auch war! So dachte ich zumindest bislang ... Können Sie es mir verdenken?
Wegen Kerstin ...
Wegen dieser Lager ...
Arbeitslager. Umerziehungslager. All die Gefängnisse und Folterkeller. Von all den Orten, wo man tapfere Menschen hinbringt, die noch an das Gute…
Arbeitslager. Umerziehungslager. All die Gefängnisse und Folterkeller. Von all den Orten, wo man tapfere Menschen hinbringt, die noch an das Gute glauben!
Wer ist sie?
Fragen Sie nicht so scheinheilig! Sie sind doch auch einer dieser Drecksäcke!
Verrecken sollt ihr! Alle zusammen!
Regierung, pah, dass ich nicht lache! Eine verdammte korrupte Tötungsmaschine seid ihr!
Man hat sie verhaftet. Grausam verschleppt und weggesperrt!
Wegen eines verdammten Lieds! Ein nichtssagendes, kitschiges, blödes Lied!
Aber nein, das war denen da oben wohl zu fröhlich! Man stelle sich vor: die Leute würden sich daran erinnern, wie es ist, glücklich zu sein!…
Aber nein, das war denen da oben wohl zu fröhlich! Man stelle sich vor: die Leute würden sich daran erinnern, wie es ist, glücklich zu sein! Unbeschwert und frei!
Davor haben diese Schweine da oben doch Angst! Dass die Menschen wieder Freude empfinden und Dinge kennenlernen! Werte, die ihnen etwas bedeuten und…
Davor haben diese Schweine da oben doch Angst! Dass die Menschen wieder Freude empfinden und Dinge kennenlernen! Werte, die ihnen etwas bedeuten und wofür es sich zu kämpfen lohnt!
Dafür wurde sie eingesperrt!
Und was haben Sie getan?
Wegen dieser Lager ...
Missverständnis? Wachen Sie endlich auf, Mann!
Wir leben in einem Staat, der seine eigenen Bürger als Bedrohung betrachtet!
Glauben Sie etwa, ich wüsste nicht, dass Sie hier im Haus alle Bewohner überwachen?
Aber so spielen wir hier alle brav unsere Rollen. Um nicht selbst ins Visier des Staats zu kommen.
Und so machen wir uns im Namen der Mächtigen gegenseitig das Leben zur Hölle.
Und so hoffen wir, wenigstens mit dem Leben davonzukommen.
Und was haben Sie getan?
Ich verstehe.
Sie sind auch ein Gefangener, Herr Schwarz. Und ein braver Gefängniswärter dazu.
Natürlich habe ich ALLES unternommen, um Kerstin da rauszuholen!
Was denken Sie denn? Sie haben doch auch Familie!
Aber egal wo ich anrief, was auch immer ich unternahm, überall stieß ich auf eine uniformierte Wand des Schweigens!
Aber nichts geschah! Stattdessen gab man mir zu verstehen, dass ich durch mein Verhalten Kerstins Situation nur noch verschlimmern würde.
Man drohte mir, dass, wenn ich meine Nachforschungen und meinen Protest nicht einstellte, Kerstin sterben würde!
Dann begann ich, öffentlich zu protestieren. Indem ich Kerstins Lieder spielte. Sie hatte zwar immer die bessere Stimme von uns, aber das war mir…
Dann begann ich, öffentlich zu protestieren. Indem ich Kerstins Lieder spielte. Sie hatte zwar immer die bessere Stimme von uns, aber das war mir egal.
Ich erzählte ihre Geschichte überall! Und ich spielte ihre Lieder überall!
Da gab ich es auf. Und damit auch Kerstin ...
Ich verstehe Sie!
Ganz ruhig!
Aber Sie müssen mir glauben, ich bin keiner von denen!
Überhaupt klingt das für mich alles nach einem schrecklichen Missverständnis, was Kerstin da widerfahren ist!
Wegen der Akte ...
Geben Sie sie nicht auf!
Was bleibt mir denn anderes übrig?
Es war einfacher zu glauben, sie sei tot.
Kerstin lebt, das ist das Wichtigste! Vielleicht können Sie nun herausfinden, wo sie festgehalten wird?
Was denn? Mir sind doch die Hände gebunden!
Aber vergessen habe ich sie nie! NIEMALS!
Nun ja ... jetzt, wo wir wieder eine Spur haben!
Aber Sie müssen mir helfen, Schwarz!
Was? Ich?
Sie haben Zugang zum Ministerium und Sie haben bewiesen, dass Sie das Herz am richtigen Fleck tragen.
Bitte finden Sie für mich heraus, wo genau Kerstin festgehalten wird!
Nun ja ... Ich kann mich ja mal umhören.
Danke!
Und ich weiß nicht, ob das hilfreich ist, aber einer meiner Leute berichtete mir von einem Straflager namens "Grauholz", in dem angeblich Künstler…
Und ich weiß nicht, ob das hilfreich ist, aber einer meiner Leute berichtete mir von einem Straflager namens "Grauholz", in dem angeblich Künstler festgehalten werden.
Schauen Sie also unbedingt, ob Sie zu diesem Lager irgendwelche Informationen finden, das wäre auf jeden Fall ein guter Ausgangspunkt für ihre…
Schauen Sie also unbedingt, ob Sie zu diesem Lager irgendwelche Informationen finden, das wäre auf jeden Fall ein guter Ausgangspunkt für ihre Nachforschung.
Ich werd's versuchen.
Sie sprachen von Ihren Leuten ...
Ich danke Ihnen, Herr Schwarz!
Gleichgesinnte. Männer und Frauen wie mich, die sich nicht unterkriegen lassen und an eine bessere Zukunft glauben!
Manche nennen uns den Widerstand, aber Mal ehrlich, wir sind einfach normale Bürger, die sich nicht mehr länger unterdrücken lassen wollen!
Aber wir können ein andermal über solche Dinge quatschen. Jetzt hat erstmal Vorrang Kerstins Aufenthaltsort zu finden!
Ich werde es versuchen. Aber ich kann nichts versprechen.
Danke trotzdem, Herr Schwarz!
Daraus geht hervor, dass sie nach wie vor verwahrt wird, aber am Leben ist.
Ich habe viel zu tun und muss noch ganz dringend-
Kerstin? Woher ...
Hören Sie sofort auf mit den Spielchen!
Das heißt, ich habe mit Susanne gesprochen, Ihrer Schwester.
Aber sie sang es aus dem Grunde ihres Herzens, und sie meinte es!
Kerstin hat den Leuten Hoffnung gegeben! Ein kleines bisschen Zuversicht auf schönere Tage! Ein Funke in ihren Herzen!
Wir sitzen in diesem Land alle in einem Gefängnis. Wir sind Gefangene und Wärter gleichzeitig!
Immer in der zarten Hoffnung, dass ihre Schönheit zusammen mit der grausamen Ungerechtigkeit, die Kerstin widerfahren ist, die Leute aufrütteln und…
Immer in der zarten Hoffnung, dass ihre Schönheit zusammen mit der grausamen Ungerechtigkeit, die Kerstin widerfahren ist, die Leute aufrütteln und zum Handeln motivieren würden.
Ich habe mir geschworen, dass wenn ich Kerstin schon nicht retten konnte, ich dafür dieses ganze verdammte System mit mir in den Abgrund reißen würde.
Dann können Sie versuchen, auf ihre Freilassung hinzuwirken.
Aber deshalb ist die Welt als Ganzes nicht gleich schlecht!
Das lässt sich bestimmt wieder in Ordnung bringen.
Ja! Und sie ist in Sicherheitsverwahrung. Wo, wird hier nicht genannt.
Das wusste ich nicht!
Sie haben wirklich die ganze Zeit geglaubt, Kerstin sei tot?
Oh, ich wollte bei Ihnen keine alten Gefühle hervorrufen. Aber ist das denn keine gute Nachricht?
Was ist damals genau mit Kerstin passiert?
Von was für Lagern sprechen Sie?
Haben Sie denn nichts unternommen? Das klingt, als müsse es sich bei Kerstins Fall um ein fürchterliches Missverständnis handeln!
Sie haben vorhin erwähnt, man habe Kerstin in ein Lager gebracht. Was für Lager meinten Sie da?
Und haben Sie versucht, Kerstin da rauszuholen?
Jetzt weiß ich, was Sie meinen, Henker.
Ich kann Ihre Wut verstehen, Herr Henker! Das alles tut mir schrecklich leid!
Nun beruhigen Sie sich doch, Herr Henker! Was Kerstin widerfahren ist, ist schrecklich.
Aber nun, wo Sie wissen, dass Kerstin noch lebt, können Sie doch etwas unternehmen?
Sie sollten jetzt nicht aufgeben! Man muss in einer Ehe doch für einander da sein!
Gut, ich werde sehen, was ich tun kann.
Sie sprachen eben von Ihren Leuten. Wen meinten Sie damit?